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2. Dezember 2008 2 02 /12 /Dezember /2008 23:28
Baustellen sind nicht nervenaufreibend, sie sind zermürbend! Baustellen töten jegliche musische oder sinnliche Anwandlung ab! Dieser Lärm, von sadistischen Arbeitern verursacht, ist definitiv unnötig. Wo bleibt für handwerkliche Werkzeuge der Entwicklungsgeist der Ingenieure?
Ich wünsche mir eine lautlose, angenehme Baustelle, die leise vor sich hin säuselt und mich weder am Nerv kitzelt, noch am Trommelfell. Sie denken, soetwas würde es nie geben? Weshalb denn nicht? Für alles und jeden haben die findigen Entwickler jeglichen Luxus zur Bequemlichkeit erfunden, ja, sogar lautlose Autos gibt es heutzutage -die pirschen sich dem ahnungslosen Fussgänger an, erschrecken ihn und - zack! - hat er vor lauter Schreck einen Herzstillstand. Im Verkehr darf man nicht mehr dem eigenen Ohr vertrauen.
Aber vielleicht ist das ja bewusst so konzipiert worden, damit bei den Menschen mit hervorragendem Gehör die Unsicherheit und das Misstrauen gegenüber ihren Sinnen geschürt werden. Warum sonst gibt es neuerdings lautlose Fahrzeugmotore, dafür aber Staubsauger, die man nur mit Gehörschutz benutzen darf? Nebst dem Umbaulärm im Wohnhaus vis-à-vis von meinem Zuhause - Sie erinnern sich; dort wo die zähen Rosen angepflanzt sind - stören mein sonst sehr angenehmes Leben auch die Rasenmäher, welche pünktlich einmal pro Woche über eine lächerlich kleine Wiese geschoben werden. Auch die konstant schlechte In-Musik im Einkaufszentrum stört mich oder eben der Staubsauger. Selbst wenn man sich eine Tasse guten Kaffee gönnen möchte, muss zuerst das elektronische Mahlen der Bohnen ertragen werden und nicht zu vergessen ist das sinnlose Geplänkel der Menschen, die masslos viel palavern, aber eigentlich nichts zu erzählen haben.

Doch bei meinen Nachbarn stösst solch ohrenbetäubender Lärm auf taube Ohren, dafür aber kommen sie sofort mit Drohgebärden angerannt, wenn ein Kind überdurchschnittlich lange schreit. Sowie Spielplätze tägliche Lärmbeschwerden von ihnen erhalten, meist noch mit dem Vermerk, dass mittlerweile Medikamente gegen das Antiaufmerksamkeitssyndrom mit Hyperaktivitätsstörung auf dem Markt seien. Sogar an einem wochenendlichen Gartenfest im Wohngebiet muss die Nachtruhe eingehalten werden. Nach 22.00 Uhr ist es Pflicht, vom herzhaften Lachen zum Anstandskichern (oder am Besten zum lautlosen Schmunzeln) zu wechseln, ansonsten wird man nicht nur vom Nachbarn ge-, sondern auch von der Polizei verwarnt. Nach einer anstrengenden Wanderung kann man stinkend und schwitzend nach Hause kommen, aber wenn die Uhr "Nachtruhe" anzeigt, so muss man eben ohne Dusche ins Bett - selbst Schuld, schliesslich hat sie ihr Nachbar nicht gezwungen, dieses Hobby auszuüben.

Gerade gestern hörte ich mir nachmittags eine Opern-Platte an - "Tosca" von Giacomo Puccini. Natürlich macht auch die Vernier ab und zu Lärm, vorallem eben wenn ich Opern höre. Wenige Sekunden nach der Ouvertüre vernahm ich eine neue Lärmquelle: Die Hausklingel. Meine Nachbarin bediente sie. Sie will mich netterweise - bereits zum dritten Mal - darauf hinweisen, dass die Zimmerlautstärke bei Volume 23 aufhöre. Die gute Frau denkt, dass jede Lautstärke-Regelung einer jeden Musikanlage bei Volume 23 geeicht und somit gleich laut sei. Schliesslich habe ihr lächelnd erklärt, dass ich schwere Legasthenikerin sei und ich stets die 23 mit der 32 verwechsle... Frei nach dem Motto: Dumme Kuh, dumme Antwort!

Die Vernier bittet Sie nun aber höflich, den Schmutzlärm sich einmal bewusst zu machen, denn es kommt nicht nur auf den Stoff an, den man liest, sondern auch auf den, den man hört...
...drum hören Sie wieder zu, wenn die Vernier spricht!

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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