Verschwenderische Vergnügungssucht heisst in der heutigen
Sprache: Shopping. Vorzugsweise ist das eine der liebsten Beschäftigungen der Frauen - aber auch immer mehr Männer finden Geschmack daran, seitem die Werbung auch sie persönlich vermehrt
anspricht. Und ich bin überzeugt, dass der Anteil noch gestiegen ist, seitdem Pierce Brosnen über den Fernseher von Mann zu Mann über sein persönliches Älterwerden spricht. Und wenn nun auch noch
die Männer das Geschäft fördern, kann ja nichts mehr auszusetzen sein, an all dem Schnick-Schnack der in unseren Kleider-, Schuh- und Küchenschränken, in unseren Wohnungen und sogar in unseren
Autos herumsteht. Wir alle verstehen Verschwendung, wir verstehen wenn man sich von zwar immer noch tadellosen Möbeln trennen muss, weil man in der Wohnung keinen Platz mehr findet und der
Neuerwerb doch so schick ist. Wir verstehen, wenn wir das immer noch funktionierende Handy wegwerfen müssen, wenn doch auf dem Markt nun eine fortgeschrittene Version mit 'bluetooth" erhältlich
ist. Wir können schliesslich nicht abwarten, was die Technologie uns noch zu bieten hat, wir müssen up to date sein, immer das Neuste, das Schnellste in unserem Besitz vorweisen zu können, um ja
keinen Entwicklungsschritt zu verpassen. Wenn das Neue in monatsschnelle das Alte wird, zeigt das nur die Schnelllebigkeit unserer Zeit auf. Alles muss schnell gehen, wir haben keine Zeit zum
Warten; ausser beim Arzt im Wartezimmer. Jede Gelegenheit, die eine Zwangspause schafft, muss ausgenutzt werden. Zu diesem Zweck gibt es schliesslich kleine, handliche Notebooks, die überall hin
mitzutragen sind und wobei wir online unser Leben managen können.
Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame,
gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien
ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine
alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt
worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier
spricht!
Verniers sind Norditaliener mit österreichisch-französisch-schweizerischem Einschlag & wird phonetisch so [ˈvɛʁnje̩] (wernje) ausgesprochen.
— Vivienne Vernier(@Die_Vernier) Juli 16, 2012
Plaudereien