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13. April 2009 1 13 /04 /April /2009 18:52
Das Älterwerden ist eines der Themen, die immerwährend aktuell sind. Die Auswüchse davon sind durch die zunehmenden Bekämpfungsmöglichkeiten enorm geworden. Durch die Emanzipation sind nun zunehmend auch vermehrt Männer mit diesem Problem beschäftigt. Bei ihnen reicht es jetzt auch nicht nicht mehr, wenn sie sich in mittleren Jahren einen Sportwagen kaufen und junge Frauen ausführen. Sie müssen jetzt ebenfalls die Haut straff ziehen, graue Haare überfärben und möglichst verjüngende Kleidung anziehen. Schneewittchen hat jetzt also nicht nur eine Stiefmutter, die immerwährend jung sein will, sondern auch einen solchen Vater.

Ich persönlich muss mir keine Gedanken machen, dass meine äussere Erscheinung auf mein Alter schliessen lässt. Es ist amüsant zu sehen, dass sie trügerisch ist; jedenfalls werde ich von meinen meinen Mitmenschen nun massiv jünger eingeschätzt als ich tatsächlich bin. In den wilden Jugendjahren durch meine altklugen Äusserungen vermutete mich man dafür immer älter. Somit ist dies Thema persönlich für mich erledigt.

Was aber das geistige Alter, reife Erfahrung und die darausfolgenden Verhaltensgesten anbelangt, dies hat mich immer interessiert und wird es mit der aufsteigenden Anzahl der Jahre noch stärker. Ich hege Bewunderung für Transparenz und Authentizität verbunden mit spielerischen Komponenten. Wobei das Spiel uns ja immer begleitet....

Und genau da liegt doch der Reiz! Im Verlauf der Lebensjahre sammeln wir Erfahrungen. Je mehr Prägungen man hat, desto mehr Dimensionen erhält unser Spiel. Mit den Jahren wird man vom Anfänger zum Fortgeschrittenen und von dem zum Profi. Jede Erfahrung schenkt uns Erkenntnispunkte; man verliert die Naivität, man lernt dass unser Blickwinkel nicht nur schwarz und weiss unterscheiden kann, sondern dass die beiden Extreme eine Vermischung namens Grau erzeugen können, man richtet sein dominierendes Augenmerk von der Aussenwelt in die eigene Mitte. Durch die Vergangenheit und deren gestellten Aufgaben haben wir uns selbst kennengelernt und wissen genau, was wir wollen - und für was wir keinen Platz mehr haben. Wir sind am Hebel und können entscheiden, ob wir die vom Leben gegebene Gelegenheit kosten wollen oder ob wir verzichten. Denn wenn man alles haben kann, liegt der Reiz im Verzicht.

Ich glaube mein Geheimnis jung zu bleiben (und das möchte ich Ihnen nun verraten), liegt nicht an AntiagingCrèmes, auch nicht an Botoxspritzen oder an Mode, welche für die nach mir kommende Generation geschneidert wurde, sondern schlicht und einfach daran, dass ich meine kindlichen Eigenschaften, wie zum Beispiel die Gutgläubigkeit, die Neugier oder die Sichtweise auf Wunder und Magie, beibehalten habe.

Und wenn Sie nun zugehört und nachgedacht haben, als die Vernier sprach, können Sie ja ohne weiteres das letzte Ihnen widerfahrene kleine Wunder aufzählen!

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

DDD - Der Digitale Dirigent 04/14/2009 14:13

Mein kleines Wunder besteht darin, dass es auf "Die Vernier spricht" plötzlich wieder auf ein mal so viel Neues zu lesen gibt. Danke dafür. Wenn Kritik auch erlaubt ist, dürfte das Blog noch etwas kritischer werden, d.h. die Vernier ist so nett und anschmiegsam, dass ich mir manchmal mehr Disharmonien in ihrer Melodie wünsche.

Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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