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25. April 2009 6 25 /04 /April /2009 05:31
Da eine optimistische Einstellung immer und immer wieder Enttäuschungen mit sich bringt und  der Optimist Überraschungen liebt, demnach seine Hoffung sich gegenüber dem Verstand behauptet, glaubt er glücklicher zu sein als ein Pessimist... Ein pessimistisch eingestellter Mensch hingegen, der gerne denkt und sich immer und sich immer wieder alle möglichen Folge-Szenarien vorstellt und durchdenkt, also in dem Sinne eine auffällige Aversion  hat gegen unvorbereitete Begebenheiten, ist er auch geschützt vor allzuvielen Enttäuschungen. Ein Pessimist vergleicht die Gegenwart mit der Vergangenheit, um daraus die Dekadenz der Zukunft ermitteln zu können. Er kommt dann zu den Schlüssen, dass Flora und Fauna über die Kontinente wandern, die Neuankömmlinge das Einheimische verdrängen und dass der Mensch heutzutage mit dem Anstand nachlässig umgeht.  Dass der Mensch zu einem TV-, Fastfood-, HiTec-Junkie mutiere und schlussendlich in der Einsamkeit und dem Alleinsein endet ist eine emotionale Verwahrlosung.

Im Gegenteil sieht der Optimist die Veränderung der Welt als eine riesengrosse Chance! Das ewige Eis schmilzt zwar, doch es bleibt uns erhalten! Es wechselt ja nur seine physikalische Form und wird zu Wasser. Einige Staaten werden dann auf der Landkarte überschwemmt sein, dafür aber sind sie das neue Atlantis, welches für neue Sagen sorgen wird und man in U-Booten bereisen wird. Die Eiszeit trieb die Tiere in neue Gefielde, wo es hiess: überleben oder aussterben. Und seien wir ehrlich, dass die Dinosaurier ausgestorben sind, ist kein grosser Verlust für die heutige Zivilisation; man bedenke schon nur deren Brunftschreie beim Fortpflanzungsakt, durch die Evolution hätten die Menschen einen angewachsenen Gehörschutz geschenkt bekommen, vielleicht würden wir jetzt in Gestalt von Riesenohren herumlaufen, damit sich der ohrenbetäubende Lärm  der stöhnenden Dinos gleichmässig im Ohrkörper verteilen kann. Doch bleiben wir bei der optimistischen Zukunft. Einsamkeit und Alleinsein lassen sich ja gut in Illusionen ausleben, wie z.B. im sogenannten "Second Life". Psychische Krankheiten werden ja immer moderner, komplexer und verbreiteter. Die rigorose Methode - die Psyche ist wie eine Blinddarmbehandlung - lässt die Aerzte Psychopharmaka-Dauerrezepte ausstellen, weil es langfristig doch kostengünstiger ist. Hey, warum sich dagegen wehren und sich auflehnen? Eine Pille beim Aufstehen ist dafür da, damit der anregende Gutelaune-Trip kommt, eine Pille für den sportlichen Leistungseffekt im Körper (Puls 120-130), eine Pille für den sinnlichen Traum, eine Pille für den spannenden Traum, oder eine Pille für den blackout Traum, u.s.w. weil unser Schlaf ja immer schön ausgefüllt sein muss. In dieser Welt gibt es kein lästiges Hinterfragen, in dieser Welt wird es nur noch HARMONIE und EINIGKEIT geben. Die Relativitätstheorie wird nicht mehr für Nuklearanlagen verwendet - sondern für die Wahrheit. Und wer checkt schon E=mc2? Also wäre die Wahrheit nebensächlich, weil es gibt die Harmonie! Und deshalb kommt die Vernier zum Schluss, dass genau die DISHARMONIE manchmal das Allernötigste ist, um das Leben zu spüren. Mit  einer gewissen Disharmonie im Leben wird man glücklich! Disharmonie garantiert Gespräche. Disharmonie garantiert Aufregung. Disharmonie garantiert Lernen und Wissen. Die Disharmonie garantiert sogar, dass wir an uns selbst arbeiten und niemals stillstehen! Es bleibe uns die DISHARMONIE erhalten.
Die Vernier spicht es aus: E= mc2 ist out...
IN aber ist: DISHARMONIE = CHAOS = ANFANG = GESCHICHTE = ZUKUNFT!

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

WORTlieb mARTin 04/26/2009 19:54

Disharmonie ist eben auch Erotik. Sowie das Unperfekte erotisch ist, ist eben die Disharmonie gleichfalls die Erotik in der Melodie des Alltags.
So kennen und so schätzen wir Dich, Vivienne! Grüsse aus der Schweiz gehen nach Berlin-Paris!

Herr Frau 04/25/2009 18:15

Dieser Blog ist allerdings disharmonisch, aber erfrischend und eben E=mc2!

Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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