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7. Juni 2009 7 07 /06 /Juni /2009 03:13
Heutzutage gilt man als 'hippen' Gesprächspartner, wenn man in seinem Wortschatz einige Fremdwörter auf Lager hat. Diese werden dann locker 'by the way' in die Unterhaltung gemischt. Dies wirkt sich beim Gegenüber etwa so aus wie Croutons über dem Salat - Banales erhält gourmandisische Grösse.
Ich mag Salat mit Knoblauch-Croutons. Ebenso mag ich Gespräche, die sehr wohl auch mit Fremdwörter oder eben Croutons gespickt sein können. Der Knoblauch aber ist das, was die normalen Croutons von den würzigen unterscheidet und die entscheidende Nuance darstellt; das tatsächliche Verständnis der gebrauchten Fremdwörter!

Ironie, Zynismus, etc. sind Wörter, die so oft auftauchen, dass sie bereits zur Umgangssprache gehören. Und doch stelle ich fest, dass sie oft nicht begriffen werden! Denn es besteht ein erheblicher Unterschied ob man seine Einstellung bewusst auf Zynismus aufbaut, oder ob man ihn unbewusst, dafür aber verletzend anwendet! Hierzu möchte ich zwei Beispiele geben und mit dem positiven, guten beginnen:

Meine Leserschaft hat sicherlich festgestellt, dass ich äusserst begeistert bin vom zynischen und sensationellen Poetenblog (www.wortlieb.over-blog.com). Auf dieser Webseite fühle ich mich zu Hause. Vom aufmerksamen Lesen dieser Artikel bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass dieser Poet ein analytischer Philosoph ist. Seine Gedanken sind komplex, beziehen Wissen, Intelligenz und Gefühle ein, vergessen kaum einen Aspekt in seiner Betrachtungsweise. Dahinter muss sich ein sehr feinfühliger und sensibler Mensch verbergen.  Durchschaut man aber soviel von unserer Welt wie er, so glaube ich, ist die Depression wie ein Damokles-Schwert äusserst naheliegend. Wie schützt er sich? Mit einer BEWUSSTEN zynischen Einstellung! Dieser Zynismus ist GUT. Dieses Niveau von Zynismus gilt es anzustreben!

Und nun zum Beispiel von Zynismus, den es auszutreiben gilt, den ich grundlegend bekämpfe, der nur aus Dummheit besteht:

Der 6. Juni ist ein wichtiger Gedenktag! Dieses Datum ermöglicht uns im Hier und Jetzt so zu leben, wie wir leben. Es war 1944 entscheidend für die zukünftige weltpolitische Lage. Von einem militärisch-operativ geprägten Begriff 'D-Day' hing alles ab. Die mutige und tapfere Landung der Alliierten an der Küste der Normandie zur Eröffnung einer dritten Front gegen die deutsche Besatzungsmacht. Wenn Sie in die Normandie reisen, sehen Sie viele Friedhöfe mit unzähligen, unbenannten Gräbern, fast in jedem Dorf können Sie Museen mit zeitbezeugenden Gegenständen besuchen, im Meer befinden sich immer noch Wrackteile und das geschehene Drama ist hautnah zu spüren. Keine einfache Reise. Das Mindeste, was wir tun können, ist diesen Tag voll und ganz, ohne Wenn und Aber zu gedenken!
Was aber wurde vor genau 26 Jahren jeweils am 1. Samstag im Juni eingeführt???!!!
!!!!!!!Der 'Tag der Organspende'!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Was bitte sehr, haben sich die Bevollmächtigten in diesem Jahr - 2009 dabei gedacht? Denn der 'Tag der Organspende fällt Heuer auf den D-Day. Hätte man nicht Pietät zeigen können,  und den 'Tag der Organspende' ausnahmsweise verschieben können, oder haben sich die Herren etwa gedacht: "Schade um all die ungenutzten Organe, die damals, im '44, an der Küste der Normandie verschwenderisch liegen geblieben sind". Oder "Am 6. Juni 1944 haben viele Soldaten ihr Leben für den Frieden verloren - schenken Sie nun mit Ihrem Tod ein weiteres Jahrzehnt Frieden". Das ist dummer, gedankenloser, nihilistischer Zynismus,  den diese Welt nicht braucht! Die Vernier wird schon allein deshalb NIEMALS einen Organspender-Ausweis tragen, denn mit einer solch stupiden Organisation hat sie rein gar nichts am Hut!

Zum Glück existiert die Vielfalt. Zum Glück kann man sie in reicher Palette sehen. Und zum Glück kann man sich entscheiden - zwischen Salat, Salat mit Croutons oder Salat mit Pinienkernen und dazu immer den Poetenblog!

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

WORTlieb mARTin 06/10/2009 14:47

Vielen herzlichen Dank für diese tolle Empfehlung! Das ehrt mich, dass der Poetenblog bei dir so Anklang findet, dass du ihn im Artikel erwähnst! Übrigens bin ich ja auch ein grosser Liebhaber deines Blogs und nicht zu vergessen deines neuen Erotik-Blogs "artePORNO" (arteporno.over-blog.de)! Nochmals vielen Dank dafür, werde mich revanchieren, am liebsten natürlich persönlich...;-) Aber da dies nicht geht, wertschätze ich deinen Artikel, indem ich meinen Organspenderausweis verreisse! Tout-de-suite.

krautsalat 06/07/2009 16:28

;-) zum glück gibt s auch noch verschiedene salate, nicht nur croutons...

Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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