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16. Juli 2009 4 16 /07 /Juli /2009 19:30

Der Strudel, den ich bei meinem letzten Blog nur ansatzweise beschrieben habe, erfasst vollumfänglich nur die emotionalsten, leidenschaftlichsten, wagemutigsten Grenzgänger unter uns. Grenzgänger deshalb, weil diese Menschen immer bereit sind, ihre Sicherheit und ihren Verstand den Emotionen und ihren Konsequenzen zu opfern. Völlig kompromisslos geben sie sich den Gefühlen mit Leib und Seele hin.

Einige kommen dann hinzu, die sich zwar hingeben, sich aber trotzdem mit ihrem Ratio einen kleinen Notausgang vorbehalten.

Und dann kommen ein paar mehr dazu, die sich in einer vorher bestimmten Zeitspanne in diesem Meer tummeln, dann aber wieder pünktlich aussteigen, um keinen Schaden davon tragen zu müssen.

Dann wiederum stossen wieder welche hinzu, die das Potential haben, dies verstehen zu können – was sie tatsächlich auch tun, aber sich immer einen Sicherheitsabstand zu solchen Vorkommnissen bewahren. Dieser Abstand kann sich in Form eines Buches, eines Besuches im Theater oder in der Oper, eines Filmes geben. Oder auch als Mäzen eines Künstlers – in Form gelegentlicher Besuche im Atelier, und selbstverständlich ist der Mäzen auch an jeder Vernissage seines zukünftigen Grossmeisters dabei.

Und dann haben wir noch die sogenannte kopfschüttelnde, verurteilende Masse. Von denen ist nichts ausser Neugierde und Sensationslust zu erwarten. Die sogenannten abgestumpften Besserwisser lieben fette Boulevard-Schlagzeilen einer Bild-, Kronen- oder Blickzeitung, auf welche sie sich am Stammtisch ungeniert, anstandslos und proletenhaft  auch berufen werden. Sie stürzen sich förmlich auf diese Zeitungen, wenn z.B. „Familiendrama“, „Amoklauf“, „Mord“, o.ä. steht, ohne zu wissen, warum es sie denn genau fasziniert. Warum ihre Seele nach Verzweiflungstaten aus extremer Emotionalität dürstet. Manchmal, wenn ich am Morgen meinen Espresso in der Cafeteria trinke und dieses Gebell am Nachbarstisch anhören muss, würde ich am liebsten aufstehen und diesen Gestalten sagen, dass nicht nur Bier, Salami und Zigarren uns am Leben erhalten, sondern auch Gefühle. Dass wir im Kopf ein Organ haben, welches die Funktion hat, zu denken, und welches man nicht mit Alkohol ertränken muss.

 

Die Vernier bringt in Kürze Beispiele zu ihrer Definition der Liebe. Darum bleiben Sie doch dabei und hören Sie zu, wenn die Vernier spricht!

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

Blumb 07/17/2009 15:49

Sehr witziges Bild!

Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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