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12. August 2009 3 12 /08 /August /2009 03:05

Zum Kontext ‚Tod’ gehört meiner Meinung nach ebenfalls das Thema ‚Dorgen’ mit dazu. Beide Schlagwörter rufen meist negative Gefühle in uns auf. Wegen den Gesetzen sind Drogen verboten; und auch der Tod wäre ebenfalls verboten, würde er sich den unsrigen Regeln unterwerfen. Präventionen werden alltäglich gegen den Tod und gegen die Drogen unternommen – und trotzdem florieren Tod und Drogen stärker denn je. Auch differenzieren sich die Gemüter bei Diskussionen über diese Themen; und zwar hitzig, ohne Toleranz, aber immer absolut.

Die weichen Drogen betäuben die Sinne, aber bei harten Drogen ist es eine Tatsache, dass beim Konsum, mit jeder Dosis, der Körper vergiftet wird und lebenserhaltend reagiert. Also beschwört jeder Konsument von Drogen eine Nah-Tod-Erfahrung herauf. Was mich schlussfolgern lässt, dass die Sehnsucht nach dem Tod - wie der Überlebensinstinkt - ein Urinstinkt ist. Und wie Eva damals der Schlange mit dem verführerischen, aber verbotenen Apfel nicht widerstehen konnte,  kann die Menschheit ihre Neugier auf ‚das Danach’, auf offene Fragen, die im letzten Augenblick beantwortet werden und so lange ein Geheimnis bleiben sollten, nicht unterdrücken, und weiss sich mit verbotenen Substanzen zu helfen.

 

 

Weiche Drogen bringen die Sinne durcheinander; was manchmal eine willkommene Ablenkung des Alltagstrott ist. Jedoch bleiben weiche Drogen ein Niveau tiefer als die harten Drogen. Das Bedürfnis sich ab und an zu betäuben, ist nicht nur auf den Menschen bezogen, sondern auch auf Tiere. In Afrika existiert ein Baum, der apfelartige Früchte trägt. Die Tiere lassen diese genügend lange gären, und treffen sich an ein paar Tagen im Jahr bei diesem Baum, um dessen gegärte Früchte, mit betäubender Wirkung zu naschen. Zu diesem Zweck werden natürliche Feinde, wie z.B. Löwe und Gazelle, zu verbündeten Geniessern. Also lassen all diese, unter Drogeneinfluss stehenden Tiere, ihren Körper und dessen Reflexe ruhen, und geben sich der Vorstellung hin, wie es wäre, wenn die Natur nicht ‚fressen und gefressen werden’ als Motto hätte.

 

In jeder Hochkultur waren Drogen ein bestehendes Element, welche sich die jeweilige Kultur zu Nutzen gemacht hat. Sei es für spirituelle Rituale, sei es für in eine unbarmherzige Schlacht zu ziehen, sei es, um zu feiern oder zu sterben.

 

Ja, sogar zu Beginn des 20. Jahrhunderts experimentierten die ersten Psychoanalytiker, auch Janiger, mit halluzinogenen Drogen. Freud z.B. hat einen Selbstversuch mit Kokain dokumentiert – ‚Die Cocawirkung beim gesunden Menschen’. Der weltbekannte Autor von ‚Schöne neue Welt’, Aldous Huxley, stellte sich als Versuchskaninchen für eine Forschung mit Meskalin zur Verfügung. Diese Erfahrung ist ebenfalls nachzulesen in ‚Die Pforten der Wahrnehmung’. Dieser Titel wählte er nach einem Zitat von William Blake, der sagte: „Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist: unendlich.“ Auch im Selbstversuch, entdeckte der Chemiker Albert Hoffmann sein Sorgenkind LSD, welches ursprünglich als Medikament gedacht war. Hofmann war ein Verfechter seiner Theorie, dass es der Bevölkerung doch besser ginge, würde man dem Trinkwasser landes- oder gar weltweit ein bisschen LSD beifügen...

 

...Vielleicht wären wir dann schlauer, gewissenhafter und elementarer konzentriert, dank einer allesumfassenden, alltäglichen Nahtoderfahrung. Doch auch hier wurde nicht zu Ende gedacht. Nicht jedes Wissen ist gut; manchmal ist Nichtwissen bekömmlicher für den Menschen. Oder tragen Sie nicht auch manchmal einen inneren Kampf aus mit der Erkenntnis zwischen Gut und Böse?

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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