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29. September 2009 2 29 /09 /September /2009 14:30
http://a9.idata.over-blog.com/2/37/77/99/leeresglas.jpgWeiterdenken an die Artikel über Esoterische Bücher und dessen Nachtrag, folgt nun ein Artikel über ein ebenfalls esoterisches Thema. Ich interessiere mich nämlich hingegen für den überlieferten Aberglauben, den wir so routiniert praktizieren, dass er kaum mehr auffällt in unserem Alltag. Die Zahl 13 lässt bei vielen ein kurzes und ungutes Schauern über die Haut fahren – und erstaunlich wenige wissen, woher ihre Abscheu gegen die 13 herkommt oder, dass in Italien anstelle der Zahl 13 die Zahl 17 Unglück bringen soll.
Im frankophonen und im deutschsprachigen Raum ist die 13 ein Omen für das Unglück, weil König Philipp an einem Freitag, den 13. seine Staatskasse wieder auffüllte, indem er die reichen Tempelritter verfolgen und morden liess, um an deren Vermögen heranzukommen.
Aber wenn dieses Ereignis tatsächlich einen so lang anhaltenden Schrecken vor dieser Zahl auslöste, müsste doch dann die 11 wegen des ‚Twintowers’ auch dazukommen. Und geschähe die Entstehung einer Phobie vor einer neuen, schrecklichen Zahl, wären wir am Ende soweit, dass alle Zahlen von 1-31 Unglück bringen würden. Ich frage mich dann immer, ob der Jackpot im Lottogewinnspiel überhaupt noch aufstocken würde, da keine Gewinnchance mit Unglückszahlen abzusehen ist. Oder ob die Nummerologie-Bücher dann zurückgerufen werden, weil eine elementare Revision dieses Gebietes weltweit aktivieren würde.

Einen wunderschönen Aberglauben aber pflege ich ab und an, wenn wir Gäste empfangen. Dies aber zu meiner Unterhaltung. Man sagt bei Genuss von alkoholischen Getränken, wie z.B. Wein, solle man stets darauf achten, erst dann nachzuschenken, wenn das Glas auch tatsächlich leer ist. Füllt man nach, wenn in einem Glas noch ein Rest drin ist, wünscht man dem Glashalter das pure Pech. Dieser Aberglaube gefällt mir sehr gut; denn der Genuss von alkoholischen Getränken ist für mich eine reine Stilfrage. Zum Einen sind alkoholische Getränke legal, obwohl der Alkohol den Verstand betäubt und manchmal, zu meinem persönlichen Überdruss, auch die Theatralik der Emotionalität steigert. So lassen alkoholische Getränke, manchmal auf unangenehme Weise, die Masken der unerfahrenen Betrunkenen fallen.
Zum Andern, musste ich leider auch feststellen, ist die Wertschätzung gegenüber alkoholischen Getränken unangebracht niedrig. Die Arbeit, welche in einer guten Rotweinflasche steckt, wird so oft nicht gesehen, dass ich am liebsten eine Prüfung für Weintrinker einführen würde. Erst der, welcher das Permis hat, dürfte dann auch trinken.
Wenn ich also bei meinen Gästen einen Stilbruch im Genuss unserer ausgeschenkten und erlesenen alkoholischen Kostbarkeit sehe, schenke ich bewusst nach, wenn sich noch ein Restchen im Glas befindet. Das von mir charmant servierte Pech, stelle ich mir dann jeweils als schmerzender Kater am nächsten Morgen vor!

Die Vernier spricht: Somit wird aus einem geheimen Wissen ein volkstümlicher Aberglaube, der sich als banale Neurose einer schrulligen Gastgeberin herausstellt. Und wo haben Sie Ihre Neurose aufgelesen? Fragt die Vernier spitzweibisch.

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

Chris 10/06/2009 14:39


Hallo,

bin durch Zufall hier gelandet. Allerdings fällt mir das Lesen der Artikel noch sehr schwer --- wirklich ungewohnte Sprache :-)


WORTlieb - [Poetenblog] 10/01/2009 12:42


Es soll ja Menschen geben, die es als schlechtes Omen ansehen, wenn Sie auf einen abergläubischen Artikel keinen Kommentar erhalten...
Gern geschehen. Nix für ungut...


Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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