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9. Oktober 2009 5 09 /10 /Oktober /2009 11:47

Je nach Verfassung kann z.B. die Morgendämmerung, wenn die Nacht in den Morgen übergeht, unsere Absicht und unseren Tatendrang im Aufbruch zu neuen Ufern bestärken. Oder aber in uns ein leichtes Schuldbewusstsein hervorrufen, wenn wir die Nacht fröhlich feiernd durchzecht haben.

Die Zeit läuft weiter und bald schon wechselt der Nachmittag in den Abend über. Die blaue Stunde beherrscht den Himmel. Man hat sein Tageswerk vollbracht, darf den Feierabend geniessen und kann sanft die Entspannung in der Feier des Süssen Lebens begrüssen.

Dass der Mond einen starken Einfluss auf uns Menschen ausübt ist eine Tatsache. Ich beobachte immer wieder, dass bei Vollmond der Lärmpegel in der Öffentlichkeit massiv ansteigt, die Gespräche in den Bistrot’s sind lauter als sonst, die Aggressivität stärker als die Toleranz zueinander und der Alkohol fliesst in stärkeren Strömen. Andere hingegen jaulen den Mond in der Einsamkeit an, ergründen ihre eigenen Tiefen und schreiben es einer ganz klaren Vollmondnacht zu. Alles in allem werden nicht umsonst dem Mond mysteriöse Kräfte zugesprochen – denn in einer Vollmondnacht kann alles, was das Fassungsvermögen übersteigt, möglich sein.

Nebelschwaden sind konstant in Bewegung, verhüllen und offenbaren Tatsachen nach einem eigenen Rhythmus, eigenen Gesetzen. Nebelschwaden sind launisch und lassen sich nicht einfangen, doch sie wirken, irgendwie und doch verändernd. Sie geben uns eine Emotion, doch so undurchsichtig, dass wir diese Emotion nicht fassen oder zu einem Ganzen zuordnen können. Sie spielen mit uns durch ihr Beleuchtungs-Puzzle und erwarten, dass wir selbst die fehlenden Teile mit unserer Phantasie ergänzen.

Der erste Neuschnee weckt in uns das entdeckende Kind wieder. Die Hoffnung unter der weissen Masse etwas Neuartiges zu finden. Ein weisses Nichts zu prägen und ihm einen Charakter unseres Ermessens zu geben. Neuschnee ist Alles UND Nichts.

Wenn der Himmel grollt, dann donnert es. Gegensätzlichkeiten wie Hitze und Kälte treffen aufeinander – und zwar äusserst kompromisslos! Es ist ein Kräftemessen aus dem es nur einen Sieger und einen Verlierer gibt. Es kann sich durch Missstände langsam heran bilden, stauen, es kann aber auch überraschen und plötzlich kommen. Ein Donnerwetter räumt rabiat und markant auf, erschüttert, lässt Mauern einbrechen und zeigt, ob etwas Qualität hat, oder es minderwertig ist – und natürlich erneuert, ersetzt werden muss.

Im Herbst wenn die Winde erwachen, im Spiel mit den Blättern der Laubbäume langsam in Fahrt kommen, und dann mit voller Kraft durch die Landschaft preschen, wird die Ernte eingebracht. Der nahende Herbststurm, der so verspielt daherkommt, mahnt uns sanft, die letzte Etappe des ausklingenden Jahres in Angriff zu nehmen, entspannt und doch konzentriert.

Der Frühlingsregen benetzt mit seinen Tropfen die Erde, reizt die Knollen unter der Erde dazu ihre Sprossen auszustrecken und in zarten Wurzeln auf und in dieser Erde Fuss zu fassen. Es sind erste zaghafte Versuche, die sich bilden und weiterentwickeln können. Der Frühlingsregen bringt Hoffnung und Mut mit sich, ist innovativ und bringt trotz seiner Sanftheit eine versprechende Festigkeit mit sich.

Die Sommersonne strahlt unermüdlich, erhöht das Thermometer und das Temperament.

Das Wetter im Winter bleibt unerbittlich kalt und hart. Es ist kompromisslos, testet unsere Stärke und unsere Kräfte aus, und zeigt so die Wahrheit der Realität auf. Es öffnet uns die Augen, wirkt ernüchternd. Aber der Zustand der Nüchternheit ist befreiend. Wer den ganzen Verlauf des Winters mitmacht, sich nicht schont, der wird am Ende des Winters, genauso wie die Landschaft vom weissen Nichts befreit werden und kann so die Welt wieder mit neuen Augen sehen.

 

Die Vernier fragt und spricht: „Das Wetter draussen gibt sich nicht so, wie es sich gemäss Ihren Wünschen, geben sollte? Ein ‚simsalabim’ in Gestalt von www.vernier.over-blog.de, lässt Sie darüber nur kurz die Schulter zucken – und abgeschüttelt ist die ohnmächtige Eigenwilligkeit der Naturgesetze – schliesslich können Sie auf Ihre eigenen zurückgreifen!“

PS: Lesen Sie auch die Fortsetzung: Wenn es draussen stürmt

PPS: Lesen Sie den Beginn: Das Wetter und die Vernier machen was sie wollen

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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