Jeder Gärtner lehnt sich zu diesen Tagen entspannt in seinen Sessel zurück – die Arbeit ist für dieses Jahr getan. Die Knollen sind, wie wertvolle
Schätze, tief in der Erde vergraben, Sträucher und Pflanzen sind auf ihren Energiesparmodus zurückgeschnitten
und wohlwollend spreizt sich ein Tanngeäste über die Erde, behütet ihre Wärme. Auch die Gaben des ruhenden Gartens sind verpackt; in hölzernen Kisten verstaut, in gefüllten Gläsern eingemacht und in Jutesäcken warten
sie auf den Verzehr, lagernd auf des Kellers kieselnden
Grund.
Doch weiss ein Jeder, der den Garten gerne besucht und seine Hände in Erde wäscht, dass er den Knauf zur versteckten Gartenpforte, zum
Beet der Phantasie finden darf. Jedoch nur die Freiheit des Geistes bestimmt es nämlich, wie der Gärtner sein Beet gestalten,
anbauen und bepflanzen kann, um es schliesslich spriessend zu sehen.
Gewitzte Gärtner sind Kinder. Sie sammeln unermüdlich den Dünger für ihr Beet der Phantasie aus den ihnen zur Verfügung stehenden
Quellen. Mit ihrer Neugierde und Spielfreude basteln sie ihn zusammen, experimentieren und werden instinktiv zu Naturwissenschaftlern.
Ich liege oft in Blumenwiesen
neben dem Beet meiner Phantasie
- Je suis!
Manchmal tanzen Wolken ein nur für mich inszeniertes Ballett. Manchmal malen Wolken ein nur für mein Auge sichtbares Gemälde. Dann
spielen sie auch mal einen Einakter mit diversen Gestalten aus meiner Vergangenheit, schwelgen in den Gelagen meines Dionysos. Oder Wolken erzählen mir eine Legende aus längst vergangenen
Tagen.
Die Vernier spricht:
Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame,
gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien
ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine
alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt
worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier
spricht!
Verniers sind Norditaliener mit österreichisch-französisch-schweizerischem Einschlag & wird phonetisch so [ˈvɛʁnje̩] (wernje) ausgesprochen.
— Vivienne Vernier(@Die_Vernier) Juli 16, 2012
Plaudereien