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15. Dezember 2009 2 15 /12 /Dezember /2009 00:47

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Aus der Reihe [Die Frauen]


Mit diesem Typus Frau möchte ich meine Serie über die Frauen beenden. Die Dame ist meiner Meinung nach der vollkommenste Frauentyp, obwohl auch hier wieder Gegensätzlichkeiten aufeinander treffen und genau die daraus ergebenden vorhandenen Makel diese Frau in meiner Hierarchie an oberste Stelle setzen.

Die Dame, wie ich diesen Frauentyp bezeichne, ist nicht unbedingt durch ihre elegante Kleidung, wie durch das Tragen von Chanel oder anderen exklusiven Marken zu erkennen.

Ihr Charakter, ihr Naturell macht sie zu einer Dame. Sie besitzt diese bestimmten  Eigenschaften, die sie zu einer Dame herauskristallisieren von Geburt an, die sich im Laufe der Jahre verfeinern sich. Der rohe Grund schleift sich ab, bis nur noch die Essenz ihrer Stärke vorhanden ist. Zwiespältigkeiten streift die Dame gekonnt ab, aus ihnen schält sie sich heraus.

Die Dame verfügt über einen noblen Charakter und einen eleganten Stil. Im Umgang mit anderen Menschen ist sie souverän. Sie weiss, wann es angebracht ist, sich in den Vordergrund zu stellen, das Zepter in die Hand zu nehmen und andere manchmal zu guten Taten anzustupsen. Sie weiss aber auch, wann sie sich in den Hintergrund zurückziehen soll,  beobachtet aber dann jede Situation scharf.

Sie ist eine gute Köchin. Sie weiss, wann sie der Gesellschaft Salz und Pfeffer geben muss, sie weiss, wann man einer Gesellschaft, einer Lebenssituation die Schärfe entziehen muss und vor allem, sie weiss wie und mit welchen Kräutern.

Eine Dame hat von Natur aus das bestimmte Zeitgefühl. Sie spürt intuitiv, wann der Augenblick gekommen ist, wann die Situation reif ist, ihre Überlegungen auszusprechen und dementsprechend zu handeln und, wenn angebracht, auch Ratschläge zu erteilen. Sie ist ein Epochenmensch! Das ist ihr Schicksal. Epochenmenschen stammen aus einer anderen Ära, leben eigentlich im falschen Zeitalter, müssen mit anderen Umgangsformen umgehen, als ihr Naturell ihnen eigentlich vorschriebe. Aber das ist kein Makel, sondern eine Chance. Diese Gegensätzlichkeit birgt eine immense Kraft in sich und genau das weiss die Dame zu gebrauchen. In ihren Ansichten mag sie für andere exzentrisch erscheinen. Wer sich darüber aber nicht auslässt, sondern den Gedankengängen dieses Frauentypus ernsthaft folgt und sich bemüht sie zu verstehen, wird auf die Wahrheit stossen. Die Wahrheit kennt keine Zeit, die Wahrheit ist unendlich. Ein breiter, ruhig dahin fliessender Fluss, der sich durch die Menschheitsgeschichte zieht. Jeder Mensch kann tauchen und wird sich in diesem Fluss Antworten fischen können, von denen man spürt, dass sie richtig sind.

Eine Dame macht nicht grosses Aufheben um sich selbst. Sie lästert auch nicht über andere Menschen. Sie erzählt höchstens von ihnen. Sie nimmt ihr Leben an, wie es ist. Sie hat aber auch ihre Rückzugsmöglichkeiten, zu denen sie manchmal fliehen muss, um wieder Kraft tanken zu können. Was ihr Geheimnis, ihre Oase, ihr e Insel zur Zuflucht ist, verrät sie nicht mit Worten, doch wenn sie erzählt und bei einem Thema ihre Augen plötzlich zu funkeln beginnen, weiss man, dass sie in dieser Erzählung eine Pforte zeigte, die zu ihrer Welt führt .

Eine Dame ist gebildet. Nicht nur im aktuell üblichen Sinne, dass sie Diplome vorzuweisen hat oder sich in politische Diskussionen über das Weltgeschehen auslässt. Nein! Eine Dame hat Hintergrundwissen, sie verfügt auch über ein Wissen, das unsere moderne Gesellschaft als ‚unnützes Wissen’ abtut. Doch dieses Wissen über das Leben und seine Abläufe, über die Geschichte, über die Geographie und die Natur bringt die Dame in Zusammenhänge, aus denen sich ein neues Verstehen bildet. Wissen und Zusammenhänge verstehen, bedeutet über Kultur zu verfügen. Kultur beinhaltet Wissen, Wissenschaft, Ethik, Moral, Kunst, Theologie, Philosophie, Spirualität und Liebe. Und nur ein grosser Geist kann dies alles fassen.

 

Die Vernier spricht: Einer Dame zu begegnen ist ein grosses Glück und eine grosse Bereicherung! Es bedeutet die Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben. Der Frauentypus ‚Die Dame’ ist die höchste Form der Frau und bei ihr löst sich die Geschlechtertrennung auf.

 

‚Die Dame' (Neudeutsch: "Lady") und ‚Der Herr’ (auch bekannt als "Gentleman") sollten für uns alle Vorbilder sein, denn mit ihrer Souveränität werden wir alle wieder zu Menschen, ohne dass wir auf Vorurteile und Einteilungen in Kategorien angewiesen sind.  Wir müssten dann Unsicherheit und Angst nicht mehr durch Überheblichkeit kaschieren, sondern würden ohne Angst zur Stärke finden und könnten ohne Komplexe zu unseren Schwächen stehen, denn: Daraus ergibt sich ein Dialog! - Und: Der Dialog ist und bleibt der Ursprung jedes Verstehens.

In diesem Sinne: Ich versuche zu verstehen und dazu stelle ich Thesen auf, um diese auch wieder verwerfen zu können - wenn nötig. Ein jeder Gedanke ist ein Schritt zum Lernen, zum Verstehen, zum Erfassen, zum Ziel – und bedenken Sie bitte: Nur das unausgesprochene Wort währt ewig.

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Published by Vivienne Vernier - in [Die Frauen]
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Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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