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2. Dezember 2009 3 02 /12 /Dezember /2009 02:01

Aus der Reihe [Die Frauen]

Was viele denken, doch nicht auszusprechen wagen, ist die Tatsache, dass Frauen über keinen bis nur zu einem seltsamen Humor verfügen. Ein Argument für meine Aussagen sind die Bühnen des Kabarettes oder der Comedy. Dort sind bis heute vorwiegend Männer anzutreffen. Findet eine Frau dann doch noch den Weg auf die humorvolle Bühne, ist der Lacher noch lange nicht garantiert. In den meisten Fällen von humorvollen Frauen auf der Bühne, winde ich mich mit Scham für die Darstellerin im Publikum, weil sie nicht lustig, sondern meist peinlich ist.

Natürlich sind Frauen auch lustig, meist jedoch unfreiwillig. Ich denke da an ein konkretes Beispiel: in einer kürzlich ausgestrahlten Harald Schmidt Show hatte er eine Frau zu Gast, die gerade wieder einen Roman veröffentlicht hat. Als Unterstützung zu diesem Auftritt wurden drei Tänzer eingeladen, die tanzend die Worte des Romans verdeutlichten. Der weibliche Gast war ernsthaft, konzentriert und sehr seriös...Doch ich fand den ganzen Auftritt dermassen grotesk, dass ich vor dem Fernseher richtige Lachsalven verspürte – meine Reaktion war das absolute Gegenteil von dem, was diese Gästin mit ihrem Auftritt bewirken wollte. Sie war der Quell des unfreiwilligen Humores.


Frauen sind gewandt mit ihrem Charme, ihrer Koketterie und ihrem lebhaften Wesen, doch es ist ein seltsamer Humor, über den die meisten Frauen verfügen. Humor, den kaum ein Mann versteht – und ehrlich gesagt, finde ich kichern auch nicht lustig. Aber zum Glück gibt es Frauen, die Ausnahmen sind; im Humor sowie auf der Bühne. Beispiele: Ina Müller, Ellen!, Anke, Barbara Schöneberger, Cordula Stratmann, Hella von Sinnen. Wenn man das Glück hat, einer Frau mit Humor zu begegnen, sollte man die Gelegenheit am Schopfe packen und die Zeit mit ihr vollends nutzen, um zusammen aus vollem Halse zu lachen.

Selbstverständlich gibt es verschiedene Arten des Humores - Lesen Sie zum Beispiel im Lexikon des Humors von Wortlieb in seinem [Poetenblog]. Doch es gibt auch einen Humor, der jeden erreicht, eine Gemeinsamkeit, die schlicht verbindet und fern von Auslachen oder Spott ist. Es ist der fröhliche, festliche Humor, den jeder kennt. Frauen, die diesen Humor verkörpern, haben eine angemessene Distanz zu Problemen, Komplexen oder brenzligen Situationen. Das macht sie ein klein wenig verwegen; sie scheinen auch nie weit davon entfernt zu sein, ein Kavaliersdelikt zu begehen oder auch zu verzeihen.

Humorvolle Frauen legen die künstliche, sterilisierte, gesellschaftliche Scheu ab, lachen  - auch über sich - und können auch mit sich selbst Spässe treiben. Sie greifen auf die angeborene Natürlichkeit zurück; auch wenn diese manchmal derb und nicht sehr feminin ist. Diese Frauen führen in erster Linie keinen Geschlechterkampf, sondern die Feier der Vereinigung des Menschseins. Die humorvolle Frau ist pure Ironie; sie hat einen männlich angehauchten Humor, bezieht sich aber immer wieder auf ihre Weiblichkeit zurück. Das macht sie nahbar und anziehend für Gespräche, welcher Art auch immer und zwar bei Frauen und Männern gleichermassen.

Die Anziehung zu diesen Frauen garantiert ihr Charisma. Die humorvolle Frau hat eine enorme Charakterstärke, ist eigenwillig und glaubt an sich. Sie kennt sich selbst sehr gut und weiss daher, was sie will und wie sie ihre Stärken nutzen kann, um das erklärte Ziel anständig zu erreichen. Sie hat es nicht nötig, etwas vorzuspielen, sie steht zu sich, auch wenn sie dafür gegen den Strom schwimmen muss.

 

Die Vernier spricht: Im Humor liegt eine grosse Klarsicht auf die kleinen Dinge des Lebens, die in der Weisheit endet. Weisheit schreibt man Göttern zu. Und der Esel - eines meiner Lieblingstiere - kommt in verschiedenen Kulturen in den Göttersagen vor.  Und die humorvolle Frau sehe ich als dieses Tier. Genau wie mein Liebling hat die humorvolle Frau eine starke Bodenhaftung, vermittelt ihren Mitmenschen, genau wie der Esel bei den Bremer Stadtmusikanten, neue Zukunftsperspektiven und greifen auf einen reichen Erfahrungsfundus zurück – aber mit spielerisch, lustigen und fröhlichen Untertönen.

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Published by Vivienne Vernier - in [Die Frauen]
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Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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