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30. November 2009 1 30 /11 /November /2009 12:56

Aus der Reihe

[Die Frauen]

Entgegen der heutigen umgangs- sprachlichen negativen Anlastung an das Wort Naivität, schreibe ich dem Naiven, dem Ungezwungenen, dem Natürlichen, eine positive Bedeutung zu.

Naive Frauen, die trotz ihrer Lebenserfahrung, im Umgang mit anderen Menschen  keine Hintergedanken hegen, die das Gesagte genauso meinen, wie ihre Worte lauten, sind ein gesellschaftlicher Hochgenuss – und nach meiner Erfahrung, äusserst rar gesehen.

Da diese Gattung des Temperamentes einen natürlichen Abscheu gegen Lügen und Intrigen besitzt, blüht sie in einer oberflächlichen und trügerischen Atmosphäre gar nicht auf, sondern verschliesst sich, damit das Schlechte abprallt.

Etwa so wie ein Igel. Ein Igel trappelt fröhlich über die Grünfläche, erkundet mit einer natürlichen Neugier seine Umgebung und ist dabei glücklich. Sobald sich aber eine Gefahr nähert, zieht er sich zu einem Knäuel zusammen, streckt mutig seine Stacheln dem Feind entgegen. Ehrvoll und tapfer verteidigt sich der Igel, greift aber von sich aus nicht an.



Eine naive Frau ist weder unerfahren, noch dumm oder hilflos. Im Gegenteil! Naive Frauen sind sehr stark. Sie haben, trotz Schicksalsschlägen, ihren Glauben an das Gute und an die Tugenden behalten. Sie können vorbehaltlos lieben und verzeihen. Und sie wissen, dass in dieser Welt viel verziehen werden muss. Sie weiss, dass in der Vergebung die Seele genesen kann. Das ist das Geheimnis ihres glücklichen Antriebes. Quell ihrer Inspiration.

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass naive Frauen eine ausgeprägte Phantasie besitzen. Dadurch haben sie eine innige Verbindung zu Kindern. Spielerisch können diese Frauen unbändige Kinder in eine angebrachte Mässigung bringen. Wie der Igel und die Kinder weiss auch die naive Frau, sich selbst zu beschäftigen. Ihr ist selten langweilig, auch wenn sie alleine ist. Ihr ‚Spielplatz’ ist oftmals die Kunst. Ob im Publikum eines Theaterstückes, einer Oper, einer Lesung, einer Vernissage oder als Akteurin ihrer eigenen Ideen.

Naive Frauen haben den Glauben an Magie und Märchen im Laufe der Jahre nicht verloren. Im Gegenteil, sie haben ihren Blick dafür behalten und ruhen sich oft auf dieser Insel des Alltags aus. Dort herrscht Friede und Harmonie. Und genau das nehmen sie mit in ihr Leben und geben es auch weiter an ihr Umfeld.

Unauffällig sind naive Frauen stets bemüht, ein Leben zu gestalten, das eine kontinuierliche Behaglichkeit und Gemütlichkeit garantiert. Dafür stellen sie ihrem Liebsten aber auch viele Fragen, die in ihrem Ausmass manchmal nervenzerrend sein können. Das wiederum ist aber der Beweis, dass ihre Naivität echt ist.

 

Die Vernier spricht: Eine naive Frau unter all den Frauentypen ist, wie die Suche nach einem Kristall – die Oberfläche ist meist matt, getarnt und der Umgebung angepasst, viele würdigen das keinen zweiten Blickes. Doch teilt man diesen Stein entzwei, öffnet sich im Innern ein funkelnder, edler und betörend sinnlicher Kern, der bereits nach dem ersten Sehen den Betrachter für immer fesselt.

 

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Published by Vivienne Vernier - in [Die Frauen]
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Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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