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11. Januar 2013 5 11 /01 /Januar /2013 14:01

Das Bewusstsein einer Gesellschaft ist der Zeitgeist. Ausgehandelte Allianzen zwischen Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft gestalten dessen Handlungsspielraum. Seit Eintritt in die Funktionalität sichern heutzutage die Medien dessen Grenzlinien. Der sich fragende und suchende Bürger jagt dazwischen der Antwort nach dem Sinn des Lebens nach. 

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Aufwand als Luder, Ertrag als Köder.

Der Zeitgeist prägt die Ethik sowie die Moral einer Gesellschaft. Er tritt in schubartigen Intervallen hervor. Folgt einem bis dato verschlüsselten Zyklus. Feinschichtige Zuhörer fangen den Ruf mit ihrem sensibilisierten Potential auf, verbreiten ihn und werden später als historische, prägnante Vorreiter, als Genies und Pioniere in den Geschichtsbüchern erwähnt sein. Erstaunlich dabei ist auch, dass nicht nur auf die lauten Rufe der Provokateure gehört wird, sondern auch die leisen Töne können Anklang finden.

 

Bei jeder markanten Veränderung der Gesellschaft tritt jedoch auch als finaler Akt, als Ausrufezeichen am Endbuchstaben der VeränderunG, die dunkle Natur des Menschen auf: die Gewaltausführung – keine Möbiusschlaufe.

 

Als Ouvertüre  begann eine Entdeckung neuer Zusammenhänge melodiös. Sie wurde in den gutherzigen Idealismus hineingeboren. Gehegt und getragen von der Euphorie; in leisen Tönen rieselte der erste Akt betörend in der Berührung der Schönheit. Im zweiten Akt erwacht der Widerstand, reckt und streckt sich. Die Trommeln verdeutlichen die Lautstärke bis sie im Ausrufezeichen enden und besiegeln.

 

Vor dem grossen Riss in jüngster Zeit, d.h. vor dem ersten Weltkrieg galt die Liebe zur Schönheit als Antwort allen Strebens. Nach der Spaltung durch den ausgeführten Terror gilt die Funktionalität als Antwort unseres Handelns und Tuns. Deshalb ein Prosit auf: Egalité!

 

Seit der französischen Revolution und deren Schlagwörtern ist jeder Bürger an diese Verpflichtungen intellektuell gebunden. Wer die plötzlich zugeteilte und diktierte (Selbst)verantwortung nicht tragen konnte oder wollte, machte in der Schreckensherrschaft die einmalige Bekanntschaft mit Madame Guillotine. Deshalb ein Prosit auf: Fraternité!

 

Das philosophische Wissensgut der alten Griechen wurde mit einem Brand, mit einem einmaligen Feuer über Nacht ausgelöscht. Die Römer gründeten ihr gewaltiges Zeitalter auf der Asche der Bibliothek von Alexandria. Heron galt als Staatsfeind Nr. 1 der Römer; seine technischen Errungenschaften übernahmen die Arbeit der Sklaven des römischen Reiches. Die damit arbeitsfreien Stunden der Sklaven bildeten somit die grösste Bedrohung für den Niedergang der römischen Herrschaft. Deshalb ein Salut auf die Liberté, Prosit!

 

Die Vernier spricht:

„Wer die Relativität der Zeit erkannt hat, gestaltet den Raum für die Existenz und die Interaktion seines Potentials. Wer das Bewusstsein des Ichs bis zu seinen dehnbaren Grenzen lebt, nährt sich aus deren Basis – dem Spiel. Aller Natur Leichtigkeit gründet sich im Spiel. Wie ein hüpfender Ball immer wieder der Schwerkraft trotzend hochspringt und Bogen schlägt, so wird er auch aufprallen und sich abstossen. So, wie er mit der Bewegungsenergie auf einer Welle der Zeit reitet, so bewegt sich eben auch das Ränkespiel zwischen Individualisierung und Industrialisierung.“

 

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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