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18. August 2011 4 18 /08 /August /2011 17:33

pechstein_2Tun Sie es einmal: Genusssss...!

Genießend 'Genuß' auszusprechen gleicht derselben Wonne, die auch saftiges Obst einladend verheißen kann. Die buntgefüllte Obstschale, ein dargelegter Augenschmaus, drängt zur Entscheidung, stachelt die Lust zur Auswahl an.


Der Arm streckt sich aus; der Schale entgegen. Die Finger sind erpicht, der Appetit lauert in jeder Kuppel. Die Genußfreude steigt, verlangt nach dem Heben dieser fruchtigen Verheißung.

 

Der Reiz will ausgekostet werden, das Verlangen verlangt nach Befriedigung und der Verstand drängt. Zuckend ergeben sich die Impulse, erliegen dem Diktat des Genußes.

 

Fast jagend stürzt die Hand wie ein Adler auf die ausgewählte Beute, ergreift sie gewinnend. Doch sobald die Hand nach der Frucht gegriffen hat, stimuliert diese Berührung den Sinnesreiz, vermehren sich die Schwingungen der Lust. Die Haut der  Handinnenfläche mit den gewölbten Fingern, wie sie umfaßen und umschlingen, öffnet sich. Die Poren werden zu Fühlern des hungernden Durstes. Ein heimliches Vorspiel, voller Zärtlichkeit.

Pechstein

Die Hand geleitet das fruchtige Versprechen die Treppe zum Mund hinauf. Doch vorerst noch hat die Nase Witterung aufgenommen, streckt begehrlich ihre Flügel aus. Sich nicht begnügend mit dem Atem des Lebens, schnuppert sie am duftenden Nektar der tropfenden Verführung. Welchen Duft aus welchem Bukett die Nase ermittelt, ist ihr Versprechen an die Zungenspitze. Das sensibilisierte, sensitive Gaumensegel lässt das Wasser im Munde schmelzen. Die Lippen schon begierig öffnend und die Zähne hungrig vorschiebend - Alles in Erwartung auf den ersten Bißen. Es hüpft die Vorfreude, es singen die Sinne, und es frohlockt die Lüsternheit.


Es kitzelt vor dem ersten Biß - und ich lächle.

 

 

Die Vernier spricht:

"Sie haben's getan! Nun wissen Sie auch, wie sich jemand fühlt, der von einer Frucht verführt werden kann. Sie lustwandelten auf den verschlungenen Pfaden des dürstenden Hungers, hinführend zu den Wurzeln des eigenen Geschmacks und kehrten zurück mit dem Geschenk der puren Befriedigung. So ein Früchtchen kann durchaus eine fleischliche Sünde darstellen, woraus ein Fünf-Sinnes-Deluxe***** - Erlebnis entstehen kann. - Und wer weiss: Vielleicht war die eben verschlungene Frucht genau diejenige Ihrer Erkenntnis..."

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

Alfons B. 08/21/2011 14:20



Kann es sein, dass dies ein beinahe Pornografischer Text ist oder bin ich irgendwie....? Super Beitrag, habe ihn sehr gfenossen!



Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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