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7. August 2011 7 07 /08 /August /2011 19:08

Die Nacht in einer Bar sollte immer mit dem Faktor des Unerwarteten multipliziert werden - egal ob in der Stammkneipe oder in einer noch unbekannten Schenke. Eine Bar ist öffentlich und gleichzeitig intim; jeder "wahrhaftige" Gast ein Mitglied eines eingeschworenen Kreises.


lbar

Der Gastraum verbindet unterschiedlichste Menschen verschwörerisch miteinander - man hat sich aus einer undefinierten, ja, abenteuersüchtigen Laune heraus eingefunden, manche zielstrebig, andere getrieben aus der Stille der lichtentzogenen Fenster und Türen.


In der Einfachheit der Trinkgestik lässt sich die Lebensader fühlen; jeder Schluck lockert die enggeschnürte Rüstung von Pflicht und Verantwortung auf, kleidet das Individuum langsam aus - und dann lässt es die Persönlichtkeit erstmal um sich selbst drehen. Die daraus entsprungene Leichtigkeit erinnert an glückliche Tage der Unbeschwertheit, an das zweckfreie Lungern in einer Wiese, an die Unschuld der Vorstellungskraft und an die Reinheit des Späßelns.

 

Plötzlich stellt die Tugend ein anderes Spiegelbild dar; ihr Antlitz zeigt Sensibilität in jeder Pore, die Standhaftigkeit der Standpunkte weicht auf, die Vor- und Urteile werden zu weicher Verletzlichkeit und die Stärke des Dialoges verleiht ihr die Schönheit des Selbst- und Verständnißes.

Manche brechen bei diesem Anblick in Tränen aus, manche erbrechen ihren Schmerz und manche lassen die Bäche der Bitterkeit mit einem süssen Liqueur versickern. Einige andere sind von der vorherrschenden Schönheit inspiriert. Sie schaukeln jauchzend in ekstatische Höhen, geben sich dem SingSang der Musik hin, preisen die Ästhetik, suhlen sich in den Seelengaben der Kunst. Sie tauchen in ihr Naturell ein und lassen sich von der Dynamik der Emotionen berieseln.


Hier, in der Bar, in der Geborgenheit des Gegenpols von anständigen, weichen Betten, kann die Nacht zur Phantasie werden, funkelnde Sterne zu leuchtenden Korallenriffen, kann der Mond zu Poseidon sich wandeln und wir tauchen unter in den Gezeiten. 

 

Die Vernier spricht: "Gehen Sie auch einmal mit sich Selbst aus (sich heraus)!"

 


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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

testing omnitech support 01/30/2015 13:29

Yeah, I agree with your thoughts about a perfect night bar. The ambience and style of a bar can always part a great experience on the customers and they will always prefer the same if one can offer them in a class way.

lz. atelierfuernichts 02/22/2012 09:19


es ist schön in der vernier bar,,komme gerne hier vorbei //


und auch in den anderen bars,,der unvernuft,,der gelassenen kammer zwischen schummerlicht und ginfreude,,was wäre der geist mensch ohne diese rückzugsorte,,prost


lz.

Vivienne Vernier 04/07/2012 15:34



Der Champus steht kalt, der Raum ist mit Inspiration zu Trinksprüchen angefüllt und die Stimmung lädt zum Gespräch ein - Prosit.



Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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