Die Vernier ist aber nicht nur am Spieltisch oder in einer Nachtbar
anzutreffen, sondern oft und gerne auch in der Küche. Und jetzt beginnt gerade wieder die Saison für eines meiner Lieblingsrezepte. Nun sind auf dem Gemüsemarkt oder beim Bauern Ihres Vertrauens
nämlich die ganz kleinen Gurken wieder zu kaufen, jene die ‚Chirat’ als eingelegte Essiggurken verkauft. Kaufen Sie sich doch mal wieder ein Kilogramm Gurken; für ein
delikates Vergnügen.
Die frisch gekauften Gurken haben eine raue Oberfläche. Waschen Sie diese Gurken gründlich – schrubben Sie sie gut mit einer Bürste oder einer ungebrauchten Reserve-Zahnbürste ab. Die anfangs noch grobe Oberfläche muss nach dem Waschen ganz glatt sein.
In eine feuerfeste, grosse Schüssel kommt etwas frischer Dill, wahlweise auch Basilikum und Estragon, sowie Knoblauch und Pfefferkörner nach eigenem Belieben hinein - und zum Finale die gewaschenen, glatten Gurken.
In einer Pfanne wird Wasser aufgekocht. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Wasser verwenden, so dass die Gurken ganz überspült
werden können. In das kochende Wasser wird genug Meersalz (ca. 30g pro Kilo Gurken) beigefügt.
Das (sehr) salzige Wasser wird in die Schüssel über die Gurken und Gewürze gegossen. Das heisse Salzwasser sorgt dafür, dass die Gewürze schneller in die Gurken einziehen. Den Inhalt in der Schüssel gut abkühlen lassen, am Besten über Nacht. Wenn Sie ein speziell feines Gourmet-Gürkchen wünschen, dann wickeln Sie die einzelnen Gurken am nächsten Tag in Weinblätter ein; diese erhalten über längere Zeit die Bissfestigkeit der Gurken und erhöht auf aromatische Weise den "Knack-Genuss". Danach wird der gut ausgekühlte Inhalt mit den Gewürzen, Zutaten und Gurken in ein Einmachglas gekippt und gut verschlossen.
Nach etwa 4 Tagen haben die Gurken bereits einen aparten Geschmack entwickelt. Nach 14 Tagen beginnen sich die Gurken im Glas etwas zu verfärben. Wenn die Gurken ein sattes Dunkel- oder Olivgrün aufweisen, können Sie eine Gurke zu degustieren beginnen und abschätzen, wann die Gurken die richtige Reife für Ihren persönlichen Geschmack erreicht haben. Die Gurken sind ab Genussreife drei bis vier Monate im gut verschlossenen Gefäss haltbar.
Verniers Fazit:
Salzgurken sind ein erfrischend anderes, verfeinertes Gourmetvergnügen - vorallem im (direkten) Vergleich mit den herkömmlichen Essiggurken. Es ist ebenfalls eine dezente Abwechslung bei Apéros und passt hervorragend zu Trockenfleisch und mildem Käse. Da läuft der Vernier doch gleich das Mundwässerchen zusammen und so wünscht sie Ihnen, werte Leserschaft, ein salziges Vergnügen! - Bon Appetit!
Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame,
gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien
ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine
alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt
worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier
spricht!
Verniers sind Norditaliener mit österreichisch-französisch-schweizerischem Einschlag & wird phonetisch so [ˈvɛʁnje̩] (wernje) ausgesprochen.
— Vivienne Vernier(@Die_Vernier) Juli 16, 2012
Plaudereien