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7. September 2011 3 07 /09 /September /2011 16:32

Ein Plattenspieler kann durchaus eine Abreise aus dem Alltag abzeichnen. Er wird mir dann zum Reisebegleiter und Lotsen, Piloten und Kapitän, zum Lokführer und Chauffeur oder zum Kutscher. Einem von ihnen habe ich auch die tiefbewegende Begegung mit der grossartigen Engelsstimme der Frau Renata Tebaldi zu verdanken. Und nun möchte ich mit Ihnen, werte Leserschaft, das Vergnügen geniessen, einem Höhepunkt dieser Stimme zu lauschen.

Die Arie "Vissi d'arte" stammt aus Puccini's Oper 'La Tosca'. 

 

 

 

Tosca:
Vissi d'arte, vissi d'amore,
non feci mai male ad anima viva.
Con man furtiva
cuante miserie conobbi, aiutai.
Sempre con fe' sincera
la mia preghiera ai santi tabernacoli salì.
Sempre con fè sincera
diedi fiori agli altar.
Nell'ora del dolore
perchè, perchè Signore,
perchè me ne rimuneri così?
Diedi gioielli della Madonna al manto,
e diedi il canto agli astri,
al ciel, che ne ridean più belli.
Nell'ora del dolor
perchè, perchè, Signor,
perchè me ne rimuneri così?

Tosca:
Ich lebte für die Kunst, lebte für die Liebe,
tat nie einem lebenden Wesen etwas zuleide.
Stillschweigend
hab ich, wann immer ich elend sah, geholfen.
In aufrichtigem Glauben
stieg mein Gebet zu den heiligen Tabernakeln hinauf,
in aufrichtigem Glauben
schmückte ich den Altar mit Blumen.
In dieser schmerzensvollen Stunde,
warum, warum, o Herr,
warum belohnst du mich nun so?
Ich gab Juwelen für den Mantel der Madonna
und meinen Gesang für die Sterne am Himmel,
dass sie noch schöner strahlen.
In dieser schmerzensvollen Stunde,
warum, warum, o Herr,
ah, warum belohnst du mich nun so?

(Deutsche Übersetzung von Gerd Uekermann)



Die Vernier spricht:

"Erst wenn uns die unvermeidlich schlechten Emotionen zusetzen, wir uns von den Scarpias dieser Welt drangsalieren lassen und wenn wir beim Anblick des verzerrten Spiegelbildes ausharren können, erst dann wird sich das Bild klären, sich die Schönheit durchsetzen und der Spiegel nunmehr die Wahrheit sprechen. Erst dann offenbart sich subtil die reine, übermächtige Kraft des Willens zum und für das Leben."

 

 

 

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Published by Vivienne Vernier - in Musik
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Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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