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28. August 2011 7 28 /08 /August /2011 17:22

01arbeit-schuppen-fliegen.jpgVielleicht ist es nichts Besonderes, aber auch ich bin zum Beispiel eine Tätowierte.  Soeine, die dem Tabak huldigt. Und die geistigen Getränke honoriert. Ich erhalte sogar rezeptpflichtige Medikamente und werde beim Eintritt in die Apotheke persönlich mit meinem eigenen Namen begrüsst...


Den Staubsauger benutze ich wirklich nur, wenn's nicht zu vermeiden ist – und dann fühle ich mich auch wie ein Opfer allen Staubes dieser Welt, zeitgleich auch als Märtyrerin und als Lärmdespotin des ganzen Haushaltes.

Ich besitze keinen Führerschein; aber oftmals ein Taxi; natürlich auch dann, wenn sich mein Einkaufswagen schwer gefüllt hat. Das Haus verlasse ich auch schon mal ungeschminkt und ungekämmt, dafür aber mit Hut. Clowns und Perrücken machen mir Angst, aber am Kiosk kaufe ich mir oft Lollipops, Kaugummis und vereinzelt auch mal einen Schundroman von 'Historical Gold'. 


Ich trinke übermässig Kaffee, schlafe aber unregelmässig. Manchmal höre ich nach 23.00Uhr unterstreichende Musik und drehe dann auch schon mal auf, wenn es mich dürstet. Es kann vorkommen, dass ich mit meinem Mann ebenso lautstark streite - und dass dann auch nach Mitternacht die Tassen scherben.

 

Bei ausgesuchten und passenden Gelegenheiten bin ich weder Hoffmann's Traum, noch dem rauschenden Reggae abgeneigt. Jedoch bin ich hingegen mit einem Jamaica-Sommer gänzlich unzufrieden, denn ich vertrete die Überzeugung, dass es nur in der Sauna heiß zu sein hat.

 

Wenn ich mit meinem Mann ausgehe, lasse ich zuweilen auch die Unterwäsche zu Hause. Den Begriff 'Sexy Intellect' habe ich für meine Ansprüche definiert. Ich spreche ausschliesslich mit Menschen, die mich interessieren, kann ohne ersichtlichen Grund alle anderen ignorieren und - trotz und wegen deren Anschuldigungen gegen meine Arroganz - mich immer noch ganz gut akzeptieren.

 

Überraschungen kommen bei mir grundsätzlich schlecht an, Enttäuschungen begrüsse ich und gebe sie auch gerne mal weiter; sie sind eine Leihgabe der Wahrheit. Alle paar Monate lege ich einen beimirsogenannten 'Schwarzfahrtag' ein, besuche mitunter einen Psychiater, nutze den schamlos zu meiner Psychohygiene aus und verlasse ihn meist zusammen mit meinem letzten Wort.

 

In botanischen Gärten klaue ich gerne einmal einen sogenannten 'Ableger' als Zuwachs für meine Beete. Ebenso ist mein Geschirrschrank mit gläserner Beute aus diversen Schenken prall gefüllt. Und manchmal verspüre ich diebisches Vergnügen, dem Einen oder Anderen eine schlafraubende Spitzfindigkeit zu hinterlassen.

 

Die Vernier spricht:

„Ich nutze mein Potential nur für meine Zwecke; ohne egoistische Aspekte; ich trage das Abenteuer und den Spass der Kindheit in mein erwachsen-gewordenes Leben mit. Für mich ist es ein Spiel. Meine Spielsachen sind eben immernoch die Dauerlutscher oder Zigaretten, die Zuckerwatten oder die Kaffees, vielleicht aber auch nur eine einzige Geheimsprache oder ein einzig-artiges Gespräch.


...ich suche immer noch nach der Synästhesie in der Monotonie - mit all ihren Ausnahmen.“

 

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

Synaesthetikerin 05/06/2012 16:10


#synästhesie #illbewatchingyoutoo



Lilly Allen 01/21/2012 17:09


Wenn ich meine Freundin so betrachte, wenn sie ein "PULP"-Konzert-Mitschnitt ansieht und anhört und mittanzt und mitschreit und mitmacht und mitglänzt und mitraucht und mitsingt und mitfiebert
und mit mir mit....., ist das für mich auch eine sehr synästhetische Tugend ihrerseits und meinerseits ein sehr grosses, ästhetisches Vergnügen! Man muss sie eben verstehen. Die Synästhesie. Die
Ästhetik. Die Partnerin.


Liebste Grüsse an Dich, Vivienne.


Lilly

Vivienne Vernier 01/26/2012 15:57



Verstehen mit allen Sinnen, dies auch noch mit einem anderen Menschen zusammen, ergibt die wahre Intimität und ist ein Manna - so schön (schön als Emotion und nicht als Adjektiv gedacht) So denke ich jedenfalls. Und Pulp - was gibt es mehr dazu zu sagen, als ein hingerissenes Ahhh...



Maya Hofberg 11/10/2011 22:10



Synästhesie ist auch ein Thema, welches viel damit zu tun hat, weshalb ich Deinen Blog "Die Vernier spricht" in
meinen Blog "Poetizität!" integriert habe! Sehr stimmiger Artikel,
dieser Deiner hier. Mit poetischen Grüssen verlässt Dich: M.



Vivienne Vernier 12/11/2011 15:31



Vielen lieben Dank, liebe Maya! Hab mir Deinen "Blog" auch angesehen und ich empfinde ihn als erfrischend anders und gratuliere Dir dazu, Du Synästhetin!



WORTlieb mARTin 08/30/2011 20:20



Ein wunderbares Thema, welches von Dir sehr schön in Szene gesetzt wurde. Und ich könnte Dich umarmen für den Titel und das letzte Wort in Deinem Text!



Vivienne Vernier 09/05/2011 04:20



Also, fahren wir los und suchen nach Hinweisen, Fährten, ja, vielleicht sogar Beweisen. Und die Umarmung im Sinne des Titels könnte sich auch mit verschlungenen Kugelschreiber, mit Blättern aus
Bäumen derselben Region oder mit zufälligen Tintenkleckse abspielen. Und dank an deinen Gruss, den ich alsbald revanchieren werde.



Emma 08/29/2011 12:57



...soso, die Dame hat ein Taxi... ;O)



Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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