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13. Oktober 2009 2 13 /10 /Oktober /2009 22:22

Die Literatur beweist uns eindrücklich mit ihren drei Urthemen, der Liebe, dem Tod und dem Glauben, dass allein sie der Motor unseres täglichen Schaffens und Strebens sind.

Ich glaube, das Liebesspiel zwischen Mann und Frau ist das prägnanteste und nachhaltigste. Das Balzverhalten, das Liebesgeplänkel dienen dazu, die gegebenen Unterschiede zwischen Mann und Frau zu überwinden und einander so nah wie möglich zu kommen, um so vereint beieinander sein zu dürfen.

Wenn ergo sogar das Wetter auf uns einen sehr tiefen Einfluss hat, muss doch umso stärker auch der Einfluss unseres Geschlechts auf unseren Denkvorgang beeinflussend sein.

Das andere Geschlecht des Partners ist sowohl aufreizend, als auch trennend. Es beeinflusst ebenso das ganz ‚normale’ Denken von Mann und Frau und zeigt z.B. in der Art der Austragung von Differenzen, dass die Logik der Geschlechter verschiedenste Formen vorzuweisen hat.

Genau das ist das Elixier, von dem die Kunst zehrt. Manchmal sind die Differenzen gemeinsam als Paar zu überwinden, aber meist stellt sich das Drama ein.

Eine ‚amour fou’ ändert alles im Leben eines liebenden und leidenden Menschen.

Wir haben so da z.B. Tolstoi’s Anna, von Goethe’s Werther, Shakespeare’s Romeo, Flaubert’s Madame Bovary, Puccini’s Tosca, Verdi’s Aida, Wondratscheck’s Carmen, ja, sogar Salomo, der Uriah in den Krieg schickte, um dessen Frau erobern zu können.

 

In der zarten und dezente Phase der Verliebtheit sind auch grosse Meisterwerke in der Malerei entstanden.

Die Kunst hat den Frauen, die Modell standen, zu danken! Wäre da nicht eine prickelnde Anziehung zwischen Maler und Modell, so wären Meisterwerke niemals so entstanden, wie wir sie nun heute in den Museen bewundern können.

Da wäre z.B.  für Botticelli Simonetta Catteano, die Mona Lisa für da Vinci, für Peter Paul Rubens Helene Fourment, und Suzanne Valadon für Degas und Renoir und schliesslich Baronin Hilla von Rebay, der wir das Guggenheim-Museum zu verdanken haben.

 

Was wäre Sartre ohne Simone de Beauvoir, Henry Miller ohne Anaiis Nin, Anton Tschechow ohne seine Olga, von Goethe, Rilke ohne ihre unzähligen Musen gewesen, hätten sie gleichermassen ein Erbe hinterlassen, wie sie es tatsächlich gemacht haben?

Oder die überzeugenden Filme von Humphrey Bogart und Lauren Bacall, oder Elisabeth Taylor und Richard Burton. Auch die Liebespaare der Filmgeschichten, die mit ihrer gemeinsamen Geschichte immer noch in unserer Erinnerung sind, wie z.B. Elisabeth Bennett und Mr. Darcy (siehe Vernier’s Allerlei) oder gäbe es den tröstenden Zuspruch „Sieh mir in die Augen, Kleines“?

 

Wenn wir ehrlich sind, können wir sagen, dass die Geschichtsbücher zwar nicht mit  der Aufzählung ihrer Helden geizen, doch nur selten findet sich eine Frau in den Aufzählungen ruhmreicher Taten – selbstverständlich in jenen vor der Emanzipation. Dank diesen kämpferischen Frauen, die für die Gleichberechtigung kämpften, haben Frauen heute auch einen Platz in den Geschichtsbüchern gefunden.

Doch vor dieser Emanzipation waren Frauen die grauen Eminenzen, die seit jeher die Männer in weiblicher Kunst unterstützten und ihnen so zu ihren ruhmreichen Taten verhalfen und Motivation schenkten. Sei’s durch das Bieten von Annehmlichkeiten, Bewunderung, Beratung oder Provokation.

Doch die Frauen waren nicht nur fleissig im Austeilen ihrer Unterstützung, sie waren ebenso intrigant und mächtig, dass sie Kraft genug hatten, einen Mann auch schnell Mal zum Straucheln bringen zu können – und wenn’s sein musste, sich auch gegenseitig zu zerfleischen....

 

In den nächsten Artikeln wird die Vernier die unterschiedlichen Temperamente der Frauen beleuchten. Dies ist durchaus eine schwierige Aufgabe, denn Frauen waren, sind und bleiben ein geheimnisvolles Kartenblatt, dessen Ausspiel-Taktik eigentlich unter Verschluss ist. Drum bleiben Sie also dran, wenn die Vernier versucht ihre Erfahrungen und Beobachtungen über Frauen darzulegen und darüber spricht!

 

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Published by Vivienne Vernier - in [Die Frauen]
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Kommentare

Mirjam 11/08/2009 15:26


Da wats ich mal ab mit einem Kommentar schreiben, bis die Serie der Frauen vorbei ist. Oops Vorsatz schon gebrochen ;-D


Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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