TicTac und der Zeiger fällt in die volle Stunde. Bei manchen Uhren schallt das volltönende DingDong nach, bei manchen bieten Vögel zwitschernd ihre Huldigung dar und manche schrillen bei der Vollendung einer Stunde auf. Vierundzwanzig Mal, bzw. 24x pro Tag wird das Zeitliche abgesegnet; die Unruh konvertiert Zeit zu Rhythmus.
So wie Waßer steinernen Grund umschmeichelt, so gräbt sich das dogmatische Zusammenspiel der Sekunden, Minuten und Stunden in den Pulsschlag des Lebens. In der Welt des Königs Chronos ruht es sich in den Alltag hinein aus, satt von und an Rationen und Emotionen.
Jacob Merz "Knäblein mit einer Sanduhr"
Fürst Ratio ist geordnet, strukturiert und logisch. Er weiß um die Maßeinteilung. Kennt Zyklen, Perioden,
Dekaden und Millennien. Er ist Tag und Nacht. Frühling und
Winter. Er zeigt sich jährlich großzügig, beschert termingerecht Feiern zu Jubiläen und Jahrestagen wie Geburtstage, Namenstage
und Hochzeitstage oder Erinnerungsfeste. Seinen Getreuen ermöglicht er
die pünktliche Einhaltung der verabredeten Termine. Seine Zusammenarbeit mit dem Wert schreibt sich hauptsächlich in Zahlen nieder. Er füllt Agenden, Kalender,
aber auch Geldbörsen und Rechenbücher.
Fürst Emotio ist hingegen verspielt, multi- oder bipolar und paradox. Er weiß um die Muße. Kennt Epochen, Ären, Momente und Augenblicke. Er ist Licht und Dunkelheit. Hitze und Kälte. Er zeigt sich
sporadisch launisch, er lockt Spontane, hebt sie empor und läßt sie hinabfallen. Sein Rhythmus ermöglicht ihnen die Entdeckung der Sinnesfreuden und des Seins. Seine Zusammenarbeit mit der Wertschätzung schreibt
sich buchstäblich im Alphabet nieder. Er füllt Poesiealben, Tagebücher, aber auch Museen und Gastro-Tempel.
Welchen dieser beiden Fürsten wir zum König Chronos unseres Alltagslebens küren, bestimmen wir selbst. Welchem wir unseren Treueeid
ablegen, bestimmen wir selbst. Welchem wir uns näher fühlen, Ratio oder Emotio, das alles bestimmen wir selbst. Selbstverständlich können wir mit Ratio und Emotio eine Koalition schließen oder auch gar keine Stellungnahme
beziehen – dann allerdings wird die Spannung des Kräftemeßens
zwischen den Fürstentümern zwangsläufig auf unser Zeitgefühl übertragen. Ob Streß oder Müßiggang, das bestimmt jeweils der von uns selbst gewählte Chronos.
Die Vernier spricht:
„Um in die Kreativität eintauchen zu können, müssen wir auch die einen oder anderen gewissen Regeln brechen, weshalb wir uns
doch im neuen Jahr aus Zahlen und Buchstaben wärmende Socken stricken und schleunigst Fersengeld zahlen.“
Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame,
gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien
ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine
alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt
worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier
spricht!
Verniers sind Norditaliener mit österreichisch-französisch-schweizerischem Einschlag & wird phonetisch so [ˈvɛʁnje̩] (wernje) ausgesprochen.
— Vivienne Vernier(@Die_Vernier) Juli 16, 2012
Plaudereien