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3. Januar 2012 2 03 /01 /Januar /2012 01:00

TicTac und der Zeiger fällt in die volle Stunde. Bei manchen Uhren schallt das volltönende DingDong nach, bei manchen bieten Vögel zwitschernd ihre Huldigung dar und manche schrillen bei der Vollendung einer Stunde auf. Vierundzwanzig Mal, bzw. 24x pro Tag wird das Zeitliche abgesegnet; die Unruh konvertiert Zeit zu Rhythmus.  

 

So wie Waßer steinernen Grund umschmeichelt, so gräbt sich das dogmatische Zusammenspiel der Sekunden, Minuten und Stunden in den Pulsschlag des Lebens. In der Welt des Königs Chronos ruht es sich in den Alltag hinein aus, satt von und an Rationen und Emotionen.


Sanduhr.jpg Jacob Merz "Knäblein mit einer Sanduhr"


Fürst Ratio ist geordnet, strukturiert und lo
gisch. Er weiß um die Maßeinteilung. Kennt Zyklen, Perioden, Dekaden und Millennien. Er ist Tag und Nacht. Frühling und Winter. Er zeigt sich jährlich großzügig, beschert termingerecht Feiern zu Jubiläen und Jahrestagen wie Geburtstage, Namenstage und Hochzeitstage oder Erinnerungsfeste. Seinen Getreuen ermöglicht er die pünktliche Einhaltung der verabredeten Termine. Seine Zusammenarbeit mit dem Wert schreibt sich hauptsächlich in Zahlen nieder. Er füllt Agenden, Kalender, aber auch Geldbörsen und Rechenbücher.

Fürst Emotio ist hingegen verspielt, multi- oder bipolar und paradox. Er weiß um die Muße. Kennt Epochen, Ären, Momente und Augenblicke. Er ist Licht und Dunkelheit. Hitze und Kälte. Er zeigt sich sporadisch launisch, er lockt Spontane, hebt sie empor und läßt sie hinabfallen. Sein Rhythmus ermöglicht ihnen die Entdeckung der Sinnesfreuden und des Seins. Seine Zusammenarbeit mit der Wertschätzung schreibt sich buchstäblich im Alphabet nieder. Er füllt Poesiealben, Tagebücher, aber auch Museen und Gastro-Tempel.

 

Welchen dieser beiden Fürsten wir zum König Chronos unseres Alltagslebens küren, bestimmen wir selbst. Welchem wir unseren Treueeid ablegen, bestimmen wir selbst. Welchem wir uns näher fühlen, Ratio oder Emotio, das alles bestimmen wir selbst. Selbstverständlich können wir mit Ratio und Emotio eine Koalition schließen oder auch gar keine Stellungnahme beziehen – dann allerdings wird die Spannung des Kräftemeßens zwischen den Fürstentümern zwangsläufig auf unser Zeitgefühl übertragen. Ob Streß oder Müßiggang, das bestimmt jeweils der von uns selbst gewählte Chronos.

unnamed.jpgDie Vernier spricht:
„Um in die Kreativität eintauchen zu können, müssen wir auch die einen oder anderen gewissen Regeln brechen, weshalb wir uns doch im neuen Jahr aus Zahlen und Buchstaben wärmende Socken stricken und schleunigst Fersengeld zahlen.“

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Published by Vivienne Vernier - in Artikel
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Kommentare

WORTlieb 11/11/2012 20:35


TicTac die Zeit verrinnt...


Herzliche Gratulation zum Geburtstag!
Ich wünsche meiner Muse eine Muse! Und alles Gute, von den Flüssigen die Besten und das Geschmackvollste vom Festen, viel Liebe und Kraft, viel Saft und Gesundheit natürlich auch, so ist es
Brauch!


Verbundene Grüsse, Martin

Vivienne Vernier 12/03/2012 09:26



Ja, der Titel Deines Kommentares stimmt...


Danke für diese satte Geburtstagsgratulation; sie erwärmt mein Herz auch fast einen Monat später. Und meine Wangen erröten bei solch einem Kompliment, ich fühle mich geschmeichelt und bin
gestreichelt. Vivi



Die Dulzinea! 01/21/2012 22:15


Dass du die Fürsten gewählt hast, sagt viel über dich selbst aus...


Es gibt ja auch andere Edle, andere Staatsformen, andere Adlige, oder worauf wolltest du hinaus?


Jedenfalls der Emotiofürst ist mir schon äusserst sympathisch, obwohl ja der Konsens zwischen beiden die Kunst ist... Wie wäre es mit neuen Interpretationen alter Fürstentümer? Neue Formen des
Denkens förderst du ja, aber neue Denkformen? *kritischindeineaugnblicke* - Darf ich Dich überhaupt Duzen, Sie Vernier? ;-)

Vivienne Vernier 01/26/2012 16:18



Liebe Dulzinea,
gerne spreche ich mit Dir im Du - in einer violetten Stimmung. Ich habe zwei Fürsten gewählt, um die Phantasie in ein Zeitalter von gemächlichen Kutschenfahrten, von Wertschätzung der Talente in
der Kunst und Kultur, von neuen Entdeckungen, von Idealismus und Verantwortung reisen zu lassen.
In diesem Sinne freut es mich, dass beim Lesen auch Wurzeln neuen Denkens entstehen, jedoch finde ich, dass eine neue Denkform beim Denkenden selbst spriessen, gehegt und gepflegt werden muss -
diese Verantwortung übernehme ich nur für mich selbst und erwarte - oder besser noch: erhoffe - dies auch vom Gegenüber.
Ich möchte Dir jedenfalls für Deinen Kommentar danken und sagen, dass er mich zu neuen Denkhüpfern angeregt hat!


mit einem lächelnden Gruss an Dich,
Vivienne



Die Vernier spricht

...über ihre Causerien!

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Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame, gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier spricht!

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