Im Februar 2012 legte der Residenz Verlag eine Fortsetzung der Biografie-Reihe von Michaela Karl über rebellische Figuren auf. Mit "Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals" erzählt sie das Leben von Zelda und F. Scott Fitzgerald nach.
Scott und Zelda Fitzgerald verkörpern und symbolisieren in ihren Ausschweifungen die goldenen Zwanziger - mit all ihren Höhe- und Tiefpunkten. Der Beginn jener wild berüchtigten Ära fällt ebenso mit ihrer Heirat 1920 zusammen. Eine Symbiose, die sich der Dekadenz völlig hingibt und dies auch literarisch selbst dokumentiert. F. Scott Fitzgerald schrieb u.a. die grossen Werke wie "Diesseits vom Paradies", "Der grosse Gatsby" oder "Benjamin Button". Zelda, ebenfalls ein brillanter Geist, war ihm Muse, Antrieb und Untergang - also sein persönlich-verkörperter Zeitgeist. Sie ist ein Flappergirl; eine zeittypische Draufgängerin mit Bubikopf.
"Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals"
Zelda und F. Scott Fitzgerald - Eine Biografie
von: Michaela Karl
320 Seiten; Format 140x220 Hardcover;
ISBN: 9783701732579
erscheinen im: Residenzverlag
bereitgestellt
duch BloggDeinBuch
"Er gab einer Epoche ihren Namen. Sie war die Hauptfigur in all seinen Romanen. Zusammen waren sie das Traumpaar der Jazz-Ära und der „lost generation“: Erfolgsautor F. Scott Fitzgerald und
seine Frau Zelda forderten das Leben heraus, suchten das Glück und endeten in Verzweiflung. Reich und erfolgreich, berüchtigt für ihre verrückten Kapriolen und ihren exzessiven Alkoholgenuss in
New York, Paris und an der französischen Riviera waren sie das Idol einer Generation. Doch die Schönen wurden zu Verdammten: exaltierter Lebenswandel, Schaffenskrisen und psychische Probleme
führten zum Absturz."
So wird das Buch beschrieben und weiter wird es angeprisen, es spüre das Lebensgefühl der wilden Zwanziger Jahre nach und empfinde die dramatische Entwicklung einer grossen Liebe mit.
Dieses Versprechen wird jedoch nicht eingehalten. Das Buch liest sich wie eine Doktorarbeit. Es ist gründlich rechechiert und sehr
ausführlich mit zuvielen Details gespickt. Zwar ist es sachlich sehr ausgefeilt, aber eben ohne Verständnis für dieses Lebensgefühl geschrieben. Auch werden die Fakten mit einer
Fotografie-Einlage unterstrichen, wobei diese doch sehr störend ist. Die Bildergalerie unterbricht nämlich abrupt einen Satz, der erst etliche Foto-Seiten später wieder zu seinem Ende finden
darf. Aber nicht nur die Lesenden haben damit Probleme; wie es scheint, hatte wohl auch der Lektor selbst seine Mühe damit...
Die restliche Gestaltung des Buches ist äusserlich ansprechend. Zu
jedem Kapitel findet sich ein schön gestaltetes Zitat der Fitzgeralds; diese Kleinigkeit, bei der die Protagonisten selbst zu Wort kommen, bleibt selbstredend und vermittelt eine Empathie, welche
ansonsten fehlen würde.
Die Vernier spricht:
"Es gibt mehrere Variationen, das persönliche Wissen zu nähren und zu erweitern. Manche bevorzugen den direkten Weg über pure
Fakten und reine Tatsachen. Dann ist dieses Buch ein Sechs-Gang-Menue. Andere aber erweitern ihr Wissen erfahrend und favorisieren einen sinnlichen Lernprozess. Dann liest sich dieses Buch wie
ein Stück trockenes Brot."
Cau|se|rie; [kozəˈriː]; lat.'causa' „Ursache“; frz.'causer' „plaudern“ ist eine unterhaltsame,
gebildete Plauderei in literarischer oder geselliger Gestalt. Zumeist handelt es sich um kurze, informelle essayistische Arbeiten und Vorträge. In der Schweiz, in Frankreich und Großbritannien
ist der Begriff sehr gebräuchlich für informelle Gesprächskreise. Das reicht von Vernissagen, Soirées, Literaturkreisen, bis hin zu Musik-Sessions, die Jazz-Causerie genannt werden. Eine
alltägliche Begebenheit kann mit scharfer Beobachtungsgabe an Brisanz gewinnen. Interessant wird es jedoch erst, wenn der gegenwärtigen Scharfsicht auch noch eine Prise Phantasie hinzugefügt
worden ist – schliesslich sind Paradoxa die Grundsteine des menschlichen Lebens! Sodann wird das grosse Finale in bildreicher Sprache serviert. Und deshalb hört man zu, wenn die Vernier
spricht!
Verniers sind Norditaliener mit österreichisch-französisch-schweizerischem Einschlag & wird phonetisch so [ˈvɛʁnje̩] (wernje) ausgesprochen.
— Vivienne Vernier(@Die_Vernier) Juli 16, 2012
Plaudereien